Exkursionen - Archiv

14. April 2010

Tagesexkursion in das böhmische Paradies

Es war in diesem Jahr unsere erste Exkursion die uns in die Gegend südlich von Liberec führen sollte, jene Landschaft, die sich an das Iser- und Riesengebirge anlehnt und nicht umsonst als das böhmische Paradies bezeichnet wird. Es ist eine der Hauptdomänen der tschechischen Sammler, die hier nach Edelsteinen suchen und auch auf der deutschen Seite hat sich das längst herum gesprochen.

Früh um 6.00 Uhr war Treffpunkt. Weil in unserer Gruppe sich auch ein zunehmendes Umdenken in Richtung Klimawandel vollzieht, fahren wir nicht mehr in endlosen PKW- Schlangen durch die Gegend, sondern wir benutzen immer öfters einen Bus. Das hat auch den Vorteil, wenn der Bus geklaut wird, hat nicht nur Einer, sondern alle das Nachsehen und das fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl der ganzen Gruppe.

Unser erstes Ziel war der bekannte Basaltbruch in Smrčy als exquisite Fundstelle für Olivine, auch in schleifwürdiger Qualität. Einige Gruppenmitglieder hatten die Fundstelle in früheren Jahren besucht, doch heute war sie kaum noch wieder zu erkennen. Der Bruch glich einem Hochsicherheitstrakt. Die hohen, europäischen Forderungen an die Sicherheit sind auch in der ČR angekommen. Was tun? Nach dem uns einige Einheimische ermuntert hatten, die Schlupflöcher zu nutzen, waren unsere Vorbehalte schnell zerronnen. Die alten und neuen Halden wurden abgesucht und nicht ohne Erfolg. Wenn auch nicht reine Traumstufen zu finden waren, so hatte wohl jeder recht ansehnliche Belegstücke aufzuweisen.

Mit etwas Glück findet man in Smrčy auch klaren, gelbgrünen Olivin, der schleif-würdig ist.

Kurz vor Mittag steuerten wir unser nächstes Ziel an. Es war vorgesehen, die mineralogischen Sammlungen in Nová Paka zu besuchen. Der Weg war jedoch mit Hindernissen bedacht, die keiner vorher gesehen hatte, unser Reisebus passte einfach nicht durch die Eisenbahnbrücken, die wir unterqueren mussten. Das kostete Umwege und Zeit. Dennoch haben wir es geschafft, noch vor der Mittagspause das Museum zu betreten. Die zum größten Teil regionale Sammlung des böhmischen Paradieses ist eine Augenweide mit beachtlichen Exponaten. Im Mittelpunkt steht wohl der Achat in allen Variationen. Tolle Kristallstufen bis hin zu verkieselten Hölzern, denen eine ganze Abteilung zugeordnet ist, sind ebenfalls Fundstücke aus dieser Umgebung. Wer in diese Gegend kommt, sollte nicht versäumen, diese Sammlung zu sehen. Auch der preiswerte Erwerb von Stufen und Achatschliffen ist möglich, aber leider nur gegen Landeswährung.

Weil wir mit einem Komfortbus gereist sind, war eine Einkehr in einem Gasthaus mit böhmischer Küche aus Zeitgründen überflüssig, denn schon ging es zum nächsten Fundpunkt. Wir haben an dem bekannten Steinbruch in Kyje/ Doubravice halt gemacht.

Achatfunde aus Kyje/ Doubranice

Noch gehört er zu den wenigen Fundstellen, die man ohne Genehmigungen problemlos betreten kann, wobei es wohl selbstverständlich ist, dass man den Schutzhelm trägt und auch sonst die einschlägigen Sicherheitsbestimmungen einhält. Bei unserer Ankunft waren schon allerhand einheimische Sammler da.

In den Basalten sind Achate, Chalcedone und Calcite als Mandeln eingelagert, die es zu bergen gilt, aber auch schöne Amethyste, Quarze und andere Minerale sind zu finden. Die Achate sind berühmt durch ihre kräftige Farbenvielfalt in den Bänderungen und begehrte Sammlerstücke. Die Fundstelle ist sehr beliebt, aber wie überall, sind nicht immer die Erfolge überragend. Man müsste schon daneben wohnen, dann könnte man wahre Schätze bergen. Dennoch, egal wann man hin kommt, zu finden ist immer Etwas. So hatte unser Exkursionsführer am Schluss zu tun, um die Sammlerbande wieder einzufangen, denn wer verlässt schon freiwillig einen Felsbrocken, der noch Geheimnisse verspricht?

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Die Heimreise verlief wie zu erwarten war, mit zufriedenen Gesichtern und schon wurden von den Teilnehmern Pläne geschmiedet, unbedingt diese Reise zu wiederholen und das für ein ganzes Wochenende.

Siegfried Winkler

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