Exkursionen - Archiv

15. Oktober 2011

Exkursion nach Nowy Kościół (Neukirch) in Niederschlesien

Der im Katzbachgebirge liegende Ort Nowy Kościół muss nicht besonders vorgestellt werden, denn schon lange ist sein Einzugsgebiet in Fachkreisen wegen der farbenprächtigen Achate bekannt, die jedes Sammlerherz höher schlagen lassen. Die Fundpunkte sind die Besten, die Polen zu bieten hat und sowohl im Internet als auch in Fachbüchern kann man sich von den wahren Schätzen überzeugen.

Unter der Leitung und Organisation unseres Sammelfreundes Frank Sauer haben wir uns mit dem Reisebus unserer Stammfirma für Personentransporte um 6.30 Uhr auf gemacht um recht zeitig unser Reiseziel zu erreichen. Bei der Ankunft am ersten Fundpunkt wurden wir von Jacek Bogdanski empfangen, der als Fachmann der Geologie und Mineralogie sowie Buchautor schon längst über Polen hinaus bekannt ist. Es ist eben bei solchen Exkursionen immer gut, solch einen Reiseführer zur Seite zu haben. Unsere erste Tagessuche war den Septarien gewidmet, jene Tonkugeln die im inneren ausgezeichnete Calcitstrukturen erkennen lassen. Der Fundpunkt ist eigentlich leicht zu finden und auch ergiebig. Wenn man von der A4 kommend in Nowy Kościół angekommen ist, fährt man bis zum Wegweiser nach Pielgrzymka auf der rechten Seite. Man braucht dann nur noch knapp 150m laufen, rechts den Hang erklimmen und die Grabestellen sind dann nicht mehr zu übersehen.

Unser zweites Ziel war die Fundstelle von Frau Nickel. Wir kennen diese kleine und zierliche Frau schon einige Zeit, die da einige Kilometer östlich von N.K. ihr kleines Gehöft in den Katzbachbergen mit ihren Söhnen bewirtschaftet und auf ihrem Grundbesitz gleich daneben in einem offenen Waldstück wahrhafte Schätze beherbergt. Gegen ein bescheidenes Entgelt kann man dort graben und man ist nicht erfolglos. Manchmal weiß man nicht mehr so recht, ob uns die Achate und Kristalle zu ihr ziehen oder ihre unbeschreibliche Gastfreundschaft. Jedenfalls bäckt sie bei unseren Besuchen immer einen ausgezeichneten Kuchen.

Als dritte Fundstelle wurde dann die alte Bahnlinie an der Straße 328 nördlich von N.K. aufgesucht. Das Gelände ist fast eine Kraterlandschaft, aber gefunden wird dort immer wieder.

Eigentlich waren die zur Verfügung stehenden Stunden in dieser Jahreszeit viel zu kurz, denn es war auch vorgesehen, einen polnischen Sammler aufzusuchen, der die Fundstücke sägen sollte. Natürlich konnte man bei ihm auch preiswerte Achate, die toll poliert waren, erstehen. Zu unser aller Überraschung stellte sich dann heraus, dass seine Abfallhalde auf dem Grundstück der wohl beste Fundpunkt war.
Glücklich und zufrieden fuhren wir wieder unserer Heimat entgegen und träumten schon von weiteren Exkursionen.

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