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Unser mineralogisches Wochenende vom 30.April bis 04.Mai 2010

Es war nicht die erste Veranstaltung dieser Art, die alljährlich unsere Bezirksgruppe für Sammler aus ganz Deutschland organisiert. Neben der Lausitzer Mineralienbörse dürfte das mineralogische Wochenende das zweitgrößte Gruppenereignis im Sammlerjahr sein. Dabei scheuen sich die Ostsachsen nicht, den enormen Arbeitsaufwand zu machen, weil eben die Resonanz tatsächlich vorhanden ist. Die diesjährige Veranstaltung war wieder ein besonderer Leckerbissen und wenn es die nächsten Jahre so weiter geht, dann entwickelt sich dieser Höhepunkt fast zu einer Konkurrenz der Sommertagungen des VFMG. Am Freitag wurde in Knappenrode zu Mittag angereist, begrüßt und informiert und am Abend nahmen die Teilnehmer am regionalen, traditionellen Hexenbrennen teil. Man traf sich in gemütlicher Runde. Es wäre müßig nun im Detail darüber zu berichten, was alles stattgefunden hat, auf jeden Fall war jede Minute an den folgenden Tage mit Aktivitäten ausgefüllt.

Am Sonnabend wurde geklopft und gesammelt. Wenn unser „Chef“, der Wilfried Sauer, diese Touren anführt, beschwört er möglicherweise immer zuerst die Berggeister, auffallend ist, dass dann jeder was findet. Zuerst ging es in die Klunst, einem nahezu 100jährigem Lamprophyrsteinbruch in Ebersbach/ Oberlausitz, der schon immer wegen seiner Mineralien ein Objekt der Begierde bei den Sammlern war und ist. Danach war ein altes Bergbaugebiet auf der deutsch- tschechischen Grenze dran, welches in Sohland/ Spree liegt. Auf der bömischen Seite wurde nach dem recht seltenen Mineral Pentlandit gesucht und auch reichlich gefunden. Die nachlassenden Kräfte wurden dann mit echt bömischer Küche wieder hochgepäppelt, um danach noch die Felder des Bautzner Elbelaufes akribisch abzusuchen. Abends wurde dann getauscht und Klaus-Dieter Hoffmann aus Maintal stellte Achate aus Rhein- Hessen in Lichtbildern vor.

Der Sonntag war mehr der Wissenschaft und Kultur gewidmet. Der länderübergreifende Geopark und Phänomen „Muskauer Faltenbogen“ wurde von Dr. Manfred Kupetz hautnah vorgestellt. Weitere Stationen waren dann Groß Kölzig, Reuthener Moor, Grenzer Quellen und das Mittagessen in Polen, um nur das Wichtigste zu nennen. Abends erklärte dann sehr realistisch unser Michael Leh, wie man früher in der Lausitz Raseneisenerz verhüttet hat.

Am Montag ging es zum Aussichtsturm nach Weißwasser, zum Braunkohletagebau Nochten, die weltweit größte Förderbrücke wurde begutachtet, das moderne Kraftwerk Boxberg wurde befahren und der Findlingspark Nochten besucht. Es war ein wahrhaftes Mammutprogramm. Damit aber alle Teilnehmer abends die richtige Müdigkeit erreichten, wurde zum Schluss noch die große Kiesgrube in Boxberg nach Schätzen im nordischem Material und Elbeschotter gründlich abgesucht.

Wer bislang noch nicht seine Taschen mit allerlei Gestein gefüllt hatte, der konnte dann zum Abschluss am Dienstag, unter Einsatz seiner ganzen Kräfte, im erzgebirgischen Schlottwitz bergmännisch Amethyste und Achate abbauen. Die sich in Privathand befindliche Fundstelle betreibt nebenbei ein Museum und das Schneiden und Schleifen ist dort auch möglich. So ganz beiläufig wurde beobachtet, dass manch ein Teilnehmer an dieser Exkursion mehrfach schwer beladen den Weg zwischen Auto und Fundpunkt gemacht hat.

Zusammenfassend ist festzustellen, das mineralogische Wochenende war dank Wilfrid Sauer und seinem exzellenten Organisationstalent ein echtes Erlebnis, wobei auch gleich heimlich der Wunsch besteht, dass diese Veranstaltung 2011 nicht ausfallen möge.

S.Winkler  / Fotos: Henry Benkmann

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