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Namibia - ein fernes Land ganz nah

Der Verein der Freunde für Mineralogie und Geologie (VFMG), Bezirksgruppe Ostsachsen, führt seit 1990 regelmäßig Reisen in alle Teile der Welt durch, um Minerale zu sammeln, Landschaft, Natur und Menschen kennen zu lernen.
Seit 2004 gehört auch Namibia zu seinen Reisezielen, da das Land über eine Vielzahl von Bodenschätzen, wie z.B. Kupfererz, Uranerz oder Diamanten verfügt. Es ist eine Schatzkammer für Mineralogen, wie es seit Jahresanfang im Schloss Hoyerswerda zu sehen war. Die Ausstellung war geöffnet von Januar bis 25.04.2010 und eine der erfolgreichsten Sonderausstellungen in Hoyerswerda mit 1800 Besuchern.

Fluorite, Rosenquarz, Amethyste und andere Minerale sind in vielen Vitrinen zu sehen. Zusätzlich hat das Land atemberaubende Landschaften sowie eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt zu bieten. All das ist auf den Fotos zu bestaunen, die zum Teil im Etoscha-Nationalpark entstanden sind.

Viele Masken aus Holz und kleine Elefantenfiguren aus verschiedenen Mineralien ergänzen die Ausstellung. Sie zeigen die kunsthandwerkliche Begabung der gastfreundlichen Namibier, die zum Teil deutsch sprechen oder die Sprache wenigstens verstehen. Das liegt in der Vergangenheit des Landes, das von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie war. Und obwohl das deutsche Kaiserreich mehrere Herero-Aufstände zwischen 1904 und 1907 blutig niederwarf, sind deutsche Touristen heute in dem südwestafrikanischen Land gern gesehen.

Wilfrid Sauer erklärte das so: „Die Namibier haben ein anderes Verhältnis zum Vergessen, zum Verzeihen und zum Leben überhaupt“. Durch die fehlende Sprachbarriere, aber auch durch die Architektur der Städte oder verschiedene Lebensmittel, die aus Deutschland importiert werden, fühlten sich die Reisenden schnell heimisch.

Elke Roschmann vom Museum bedankte sich in ihrer Eröffnungsansprache beim VFMG für die schönen Exponate, die für das Museum eine Bereicherung und schöne Abwechslung darstellen. Wilfrid Sauer wies darauf hin, dass es für Vereine wichtig ist, mit ihrem Tun an die Öffentlichkeit zu gehen. Er bedankte sich bei den Vereinsmitgliedern und den Mitarbeitern des Museums Hoyerswerda für die Unterstützung bei der Erarbeitung und dem Aufbau der Ausstellung. Außerdem stellte das Afrika-Haus Sebnitz zwei namibische Buschtrommeln zur Verfügung, die aus ausgehöhlten Palmenstämmen bestehen und mit Ziegenfell bespannt sind. So gab es zur Ausstellungseröffnung auch Musik. Die Klänge machten das angestrebte Afrika-Feeling der Ausstellung perfekt.

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Die zahlreichen Besucher, die durchaus nicht nur aus Hoyerswerda kamen, zeigten sich überrascht von der Vielfalt Namibias. Dieter Richter, Hobbymineraloge und Vereinsmitglied, brachte es auf den Punkt: „Das ist das Beste, was ich hier im Museum bis jetzt gesehen habe. Das geht durch den ganzen Körper.“

© für den Text: Katrin Demczenko, Sächsische Zeitung

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