Sachsen-Mineralien

Bezirksgruppe Ostsachsen der VFMG

Italien – Schweiz

29.07.- 06.08.2006

Unsere Fahrt ging mit dem Bus von Hoyerswerda Richtung Österreich, Schweiz nach Italien. Vorbei am Bodensee war die erste Station die Kristallhöhle Kobelwald als begehbare, wasser-führende Höhle mit einem großen Kristallvorkommen – einmalig in der Schweiz. Nach einem kurzen Aufstieg wurde uns bei einer Führung viel Interessantes vorgetragen. Nach weiteren km nahmen wir das Hotel „Belevue“ in Flims in Beschlag. Hier konnten wir bei einem gemütlichen Abend die ersten Eindrücke unserer Fahrt auswerten. Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Sedrun. Hier besichtigten wir die Ausstellung zum Bau des Gotthardtunnels und gleich in der Nähe das Kloster in Disentis. In Disentis besuchten wir einen Strahler in seiner Wohnung, wo er seine Schätze zeigte und auch zum Verkauf angeboten hat. Weiter ging die Fahrt zum Bahnhof. Wir erwarteten die Schweizer Bahn, ein Waggon reser-viert für die Reisegruppe Sauer. Interessant war die Fahrt entlang der 350 m tiefen Rhein-schlucht mit steil abfallenden weißen Steilwänden, auch Grand Canyon der Schweiz genannt. Hier bahnt sich der Vorderrhein über ca. 13 km seinen Weg von Ilanz bis zur Mündung des Hinterrheins bei Reichenau. Nächster Halt „Parc La Mutta Falera“ – eine megalithische Kultstätte aus der mittleren Bron-zezeit. Es ist die größte und wichtigste Megalithenanlage in der Schweiz und ein Zentrum, welches Astronomie, Mathematik und bronzezeitlichen Kult verbindet – wie uns ein ortansäs-siger Führer erklären konnte. Der Friedhof und auch die Kirche bildeten eine interessante Beigabe. Zurück in Flims fuhren wir mit der Seilbahn auf das 2600 m hohe Plateau. Am nächsten Tag fuhr der Bus uns weiter über den Gotthard Pass nach Italien. Stopp und Pause zur Mineraliensuche gab es in einem Flussbett. Hier waren Calzitkristalle zu finden. Die richtige Sammlernase hatte auch hier unser Frank. Auf schmalen Straßen über tiefe Schluchten fuhr unser Bus durch Gebirgs- und Talland-schaften der Garfagnana, dem nördlichsten Teil der Toskana, Richtung Tropfsteinhöhle „Grotta del Vento“. Das ist eine Windgrotte inmitten des Naturparks der Apuanischen Alpen. Unter fachmännischer Führung bestaunten wir die Welt der Stalagmiten und Stalaktiten, mit Kristallen verkrustete Seen und unterirdische Wasserläufe - eine Märchenwelt. Genauso abenteuerlich ging die Fahrt weiter Richtung Carrara, welche unser Busfahrer mit starken Nerven und stoischer Ruhe super gemeistert hat. Wir hatten Gelegenheit, uns in einem dieser Marmorsteinrüche umzusehen. Seit der Römer-zeit wird dieser hochwertige Marmor abgebaut. Nach einem Shopbesuch hatte der Bus wie-der einige Kilo Zuladung, durch Mineralien und Schlamm an unseren Schuhen, erhalten. Carrara ist eine Jahrtausende alte Stadt und liegt am Mittelmeer. Über einen großen Hafen werden die Marmorblöcke in die Welt verschifft. Ein Besuch der alten Innenstadt macht uns bewusst, was Altbauten sind. Diese hier müssen bestimmt mehrere hundert Jahre alt sein. Wo dieser Marmor verbaut wurde, konnten wir in Pisa bewundern. Es war schon ein Erlebnis, vor dem Schiefen Turm zu stehen und ihn sogar zu besteigen. Auch die beeindruckende Ka-thedrale durften wir besichtigen. Nun fuhren wir weiter Richtung Gardasee nach Sirmione im Tessin. Über die Brücke der Scaligerburg, einer alten Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert, gelangt man in die Altstadt von Sirmione. Bei einem Bummel entlang der vielen kleinen Geschäfte, Eis- und Pizzabuden konnten wir uns die Beine vertreten, ehe die Fahrt weiterging. Noch mal einen Stopp gab es an den Erdpyramiden von Ritten, den höchsten und form-schönsten Erdpyramiden in Europa. Das Mineral, aus welchem die Erdpyramiden entstanden sind, ist rund 25tausend Jahre alt. Weiter ging die Fahrt zum Karersee am Fuße des Latemarmassivs in Südtirol und nach Riva del Garda am Gardasee, bevor unsere Reise Richtung Deutschland ihr Ende fand.

Rieta Göldner