Sachsen-Mineralien

Bezirksgruppe Ostsachsen der VFMG

Sammel- und Studienreise Armenien 2014

14.07. – 27.07.2014

Als Anhang zu der Veröffentlichung von Kaden, M.; D. Schwarz; F. Beyer (2015): Armenien – geologisch – mineralogische Sammeltour. Aufschluss, 66, 3, 125 -137 sollen in dem Bericht nur ergänzende Bemerkungen folgen.
Als kurz vor Reisebeginn unser Guide Prof. Dr. Rudolf Gevorgyan, Jerewan verstarb, sahen wir die Tour in weite Ferne gerückt. Glücklicherweise übernahm Ass. Prof. Dr. Shahen Khatschatryan als der Lehrstuhlnachfolger die Leitung unserer Reisegruppe. Als Termin blieben die Semesterferien, eine immer etwas „warme“ Zeit.
13 Teilnehmer wurden am 14.7.2014 kurz vor Mitternacht auf dem Flughaben Zvartnots in Jerewan von unserer Reiseleiterin Marine Sargsyan – einer ehemaligen Germanistikstudentin an der Humboldt-Uni zu Berlin – empfangen. Nach ersten Gesprächen passte die Reiseleitung die Fundmöglichkeiten aus dem vorliegenden Programm unseren Sammlerinteressen an. Wir waren die ersten Mineraliensammler für das betreuende Reisebüro.
Marine führte uns in exzellenter Weise durch Armeniens altehrwürdige Klöster und Kirchen und zu anderen Sehenswürdigkeiten: die Handschriftensammlung des Matenadaran, das Genoizid-Mahnmal in Jerewan, das Geologische Museum der Akademie der Wissenschaften, ein 4000 bis 4500 Jahre altes Gräberfeld, historische Felszeichnungen und Weinanbau bei Ashtarak, das Dorf Garni mit Festung, heidnischem Sonnentempel und der Azat-Schlucht, eine Höhle mit archäologischen Grabungen bei Areni, die Klöster Noravank, Tatev, Haghartsin (mit einem deutschsprechenden Priester) und Haghpat, die Karawanserei an der historischen Seidenstraße, der Dendropark von Stepanavan.
Bewundernswert schnell konnte Marine uns die fachlichen Erläuterungen von Shahen und anderer Geologen nach anfänglichem gemeinsamen Bemühen verständlich machen. Ab und zu ging es auf Russisch weiter.
Am 21. – 22.07. fuhren wir mit einem in Jerewan ausgestellten Visum über den Latschiner Korridor an steilen Berghängen mit auffallend großen Lavabomben vorbei nach Berg-Karabach, besichtigten dort das Dorf Vank mit seinem Kloster, die Hauptstadt Stepanakert, in der wir auch übernachteten, und die Stadt Shushi mit seiner wiedererrichteten Allerlöserkirche. Der Besuch der Polymetall-Mine der Valex-Group, die auch in Alaverdi tätig ist, bot keine Sammelmöglichkeiten. Wie gewohnt hatten die Geologen Belege zum Verschenken.
Am letzten Tag in Jerewan besuchten wir das Mineraliengeschäft von Artak Bojikyan, den wir von den Börsen in Löwenberg und Lauban kennen. Beim Rückflug über Kiew wurde der Raum Donezk aus Sicherheitsgründen großräumig umflogen.

D. Schwarz