Sachsen-Mineralien

Bezirksgruppe Ostsachsen der VFMG

Sammelexkursion Osterzgebirge

08.06.-10.06.2018

Das Osterzgebirge bietet immer wieder mal interessante temporäre Fundpunkte und Aufschlüsse mit der Möglichkeit ein paar hübsche Minerale zu finden. So kamen ein knappes Dutzend Mineraliensucher aus der VFMG Bezirksgruppe Ostsachsen für 3 Tage ins sommerliche Osterzgebirge.

Treffpunkt war Freitag früh in Glashütte. Die Tour begann mit einer ausgiebigen Wanderung durch das Zinnbergbaugebiet um Sadisdorf, in dem so manches montanhistorische Motiv in den Kameras festgehalten werden wollte. Doch sollte es nicht nur bei Fotos bleiben. Einige kleine Baustellenaufschlüsse haben erst kürzlich interessantes Material zum Vorschein gebracht. Diese wurden planmäßig in die Wanderung integriert. Es ging zunächst etwas mühsam los, da man sich doch erst in das Material einguggen (sächsischer Fachbegriff; beschreibt die Trainingsphase für Augen und Gehirn, um die richtigen Steine treffsicher zu erkennen) musste. Anfangs hatte man zwar auch vielversprechende Brocken gefunden, aber es wollten nur mikrige Drusen aufgehen. Nach einiger Zeit kam dann aber der erste gute Fund mit einer hübschen Quarzdruse, in der außerdem violetter Fluorit, weiß-gelber, seidig schimmernder Muskovit und sogar einige Kassiteritkristalle saßen. Es folgten noch einige weitere Kassiteritfunde. Einige Stücke mit Sekundärmineralisation aus einer Molybdän-Kupfer-Arsen-Paragenese ließen auch die Herzen unserer Mikromounter und Raritätensammler höher schlagen. Eine genaue Ansprache der Minerale wird nach einiger Mikroskopie- und Analysearbeit möglich sein. Erst die fortschreitende Dämmerung konnte endlich die letzten Mineraliensucher überreden, die Hämmer ruhen zu lassen.

Um die Fahrstrecken kurz zu halten, wurde das Quartier im Tharandter Wald bezogen. Ein weiterer Vorteil von der Unterkunft war, dass wir für das Frühstück selbst zuständig waren. Damit brauchte nicht mit der Küche um eine halbe Stunde eher Frühstück gefeilscht werden. Schließlich will man die Zeit mit Tageslicht ja an den Fundstellen und nicht im Hotel verbringen. So waren wir am Samstag schon früh im Steinbruch Naundorf. Neben den sporadischen Pegmatiten, gibt es auch einige Gangstrukturen, die für die Mineraliensammler interessant sind. Der Granit selbst enthält mit zuverlässiger Regelmäßigkeit Allanitkristalle, die gar nicht mal ganz so selten bis 2 cm lang werden können. Im Steinbruch angekommen, begrüßte uns ein beachtlich großes, frisch gesprengtes Haufwerk. Aber dabei blieb es auch. Obwohl die Mehrzahl der Teilnehmer erfahrene Mineraliensuche sind, gab es nur wenige Funde von Epidot und angedatschtem (sächsischer Fachbegriff; Beschädigung mit daraus resultierender Minderung der Attraktivität) Quarz in Belegstückqualität. Zwei kleine Drusen mit vermutlich Pharmakosiderit in einem Quarzgang im Bereich der Oxidationszone konnten nur einen Mikromounter trösten. Zum Trost für die anderen gab es ein paar Allanite und in jedem Fall die mitgebrachten Butterbrote.

So waren wir auch aufgrund eines nahenden Gewitters schnell wieder aus dem Steinbruch raus und an der nächsten Fundstelle. In Teamarbeit wurde ein Gang abgebaut, der sporadisch Achat führt. Zwischendurch schaute auch mal der Eigentümer vorbei. Schnell kam man ins Gespräch über Minerale, Gesteine und Geologie im Osterzgebirge. Obwohl jüngste Funde die Achatführung an der von uns bebauten Stelle bestätigten, war die Ausbeute überraschend mager und mehr quarzig als achatig. Es kamen von der Anzahl her gerade genug Stücke zum Aufteilen zusammen. Als ob man es ahnte, hatte man die noch ungewaschene, aber qualitativ bessere Ausbeute von der Vorexkursion dabei, um diese auch noch mit aufzuteilen. In geselliger Abendrunde wurden dann viele Geschichten ausgetauscht.

Am Sonntag ging es Richtung Altenberg. Auf dem Plan standen Lesesteinfunde von Achat, Hornstein, Amethyst und Fluorit. Schweres Werkzeug blieb im Auto und so waren die Rucksäcke zunächst erfreulich leicht. Die Wandertour begann gemütlich mit der üblichen Funddichte. Nach einiger Zeit tauchte eine sehr junge maschinell hergestellte Reliefveränderung des Geländes auf, die natürlich inspiziert werden wollte. Zur Freude der Mineraliensucher gab es Einiges an fluorithaltigen Stücken zu finden. In den nächsten knapp zwei Stunden waren die Rucksäcke dann doch recht schnell voll mit Rohmaterial. Die Mikromounter begnügten sich mit nur wenige Stücken, trotz der attraktiven Wechsellagerung aus weißem Hornstein und violettem Fluorit. Angesichts des noch bevorstehenden Rückwegs musste dann aber noch einmal das ein oder andere Stück kritisch beäugt und aussortiert werden. Dank der Tragehilfe von den Mikromountern konnten aber schließlich alle Funde in einer Tour zu den Autos geschafft werden. Zum Abschluss gab es eine temporäre Fundstelle mit einem dicken Barytgang, der nur leider in dem an diesem Tag bebauten Abschnitt keine frische Druse zeigen wollte.

Abschließend möchten wir uns bei allen Eigentümern und Betriebsleitern bedanken, die uns das Betreten der Aufschlüsse und Fundstellen und die Entnahme von Mineralien genehmigt haben. Ein Dank gilt auch der Organisation, die aus den vielen möglichen Fundstellen mittels einiger Vorexkursionen die derzeit lohnenden ausfindig gemacht hat. Auch die Exkursionsleitung bedankt sich bei den Teilnehmern, die mit Enthusiasmus, Humor sowie Gelassenheit dabei waren und Motivation und Geselligkeit behielten. Die Mineraliensucherweisheit „Vor der Hacke ist es duster“ hatte sich wieder einmal bestätigt und für so einige außerplanmäßige Überraschungen gesorgt.

- Dr. Max Hesse